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Überlandstrecken

Das Netz der Bonner Stadtbahn ist durch zwei parallel führende Überlandstrecken mit dem Stadtbahnnetz in Köln verbunden. Beide Strecken, die Rheinuferbahn und die westlicher verlaufende Vorgebirgsbahn, sind außerhalb des Bonner Stadtgebiets Eigentum der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) und als Eisenbahn klassifiziert. Innerhalb der Stadt Bonn gehören die Strecken wie auch das übrige Netz den Stadtwerken Bonn (SWB) und sind als Straßenbahn konzessioniert.)

Früher fand auf den beiden Strecken ein eigenständiger Bahnverkehr statt. als dieser sich nicht mehr rechnete, wurden die Strecken ab 1975 (Rheinuferbahn) bzw. Anfang der achtziger Jahre (Vorgebirgsbahn) auf Stadtbahnbetrieb umgestellt und an die Stadtbahnnetze von Köln und Bonn angebunden.

Beide Strecken sind für den Stadtbahnbetrieb mit 800 Volt Gleichspannung elektrifiziert. Auf einigen Abschnitten findet auch Güterverkehr der HGK mit Dieselloks statt.

Stadtbahn - Straßenbahn

Mitte der 1960er Jahre wurde beschlossen, die Bonner Straßenbahn, die damals noch aus drei Netzen verschiedener Unternehmen bestand, zu einem modernen Stadtbahnsystem umzubauen. Umgerüstet wurden die Strecke Siegburg - Innenstadt - Bad Godesberg sowie davon abzweigend die Strecke über Ramersdorf und Königswinter nach Bad-Honnef. Dabei erhielt der Neubauabschnitt zwischen Hauptbahnhof und Bad Godesberg durchgehend Hochflurbahnsteige, die einen stufenlosen Einstieg in die Stadtbahnwagen ermöglichen. Ein vollständiger Ausbau des Netzes unterblieb allerdings, so dass bis heute noch drei Abschnitte des Netzes als Straßenbahn betrieben werden und - anders als beispielsweise in Köln - auch noch als Straßenbahn bezeichnet werden. Dies sind im einzelnen:

  • Hauptbahnhof - Auerberg

  • Hauptbahnhof - Dottendorf

  • Konrad-Adenauer-Platz - Ramersdorf

Die Straßenbahnstrecken sind ausschließlich mit Niederflurbahnsteigen und Zustiegen ohne Bahnsteig ausgestattet, letztere werden jedoch im Zuge des barrierefreien Ausbaus nach und nach ersetzt. Die Bedienung dieser Strecken erfolgt mit Niederflurfahrzeugen. Darüber hinaus ist eine klare Trennung zwischen beiden Systemen nur schwer möglich. So verfügt die Straßenbahn zwischen Beuel und Ramersdorf über einen stadtbahnähnlich ausgebauten Streckenabschnitt auf eigener Trasse, während auf der Kennedybrücke auch die Stadtbahn auf der Straße verkehrt.

Die Stadtbahnlinien werden mit Hochflurfahrzeugen bedient, die zum Halten an niedrigen Bahnsteigen über Klappstufen verfügen. Die betreffenden Haltestellen sind größtenteils mit entsprechenden Hochflurbahnsteigen ausgerüstet bzw. werden nach und nach umgerüstet.

Einige Haltestellen werden sowohl von Stadt- als auch von Straßenbahnlinien bedient. Zur Handhabung der unterschiedlichen Fahrzeughöhen wurden dabei unterschiedliche Lösungen gewählt:

  • Hauptbahnhof: getrennte Haltestellen für Straßenbahn (oberirdisch) und Stadtbahn (unterirdisch). Unterirdisch teilweise zweigeteilte Bahnsteige, hier verkehren jedoch regulär keine Straßenbahnfahrzeuge.

  • Stadthaus: getrennte Bahnsteige

  • Bertha-von-Suttner-Platz: zweigeteilter Bahnsteig

  • Konrad-Adenauer-Platz: getrennte Bahnsteige

  • Ramersdorf: getrennte Bahnsteige (Fahrtrichtung Bad Honnef) bzw. Niederflurbahnsteig (Fahrtrichtung Beuel / Innenstadt)

  • Oberkassel Nord: Niederflurbahnsteige

  • Oberkassel Mitte: Niederflurbahnsteige

  • Oberkassel Süd / Römlinghoven: Niederflurbahnsteige

Stadtbahn-Linien 16, 18, 63, 66, 67, 68
Straßenbahn-Linien 61, 62, 65
Ausbaupläne und Vorleistungen

Es existieren eine ganze Reihe von Planungen zur Erweiterung des Bonner Netzes, von denen derzeit allerdings keine konkret umgesetzt wird. Die größte Aussicht auf Verwirklichung dürfte die Hardtbergbahn haben, welche ausgehend vom Hauptbahnhof den Stadtteil Hardtberg erschließen soll. Am Hauptbahnhof wurde bereits beim Bau der dortigen unterirdischen Haltestelle ein Tunnelstutzen für diese Strecke vorgesehen, anders als ursprüngliche geplant, soll die Strecke jetzt aber als größtenteils oberirdisch verlaufende Straßenbahn ausgeführt werden.

Ein weiterer Tunnelstutzen südlich des Hauptbahnhofs, der heute als Abstellanlage dient, sollte einmal die Stadtbahnstrecke nach Dottendorf aufnehmen, mittlerweile ist aber eine Umstellung der bestehenden Straßenbahnlinie nicht mehr vorgesehen.

Ebenfalls für eine Streckenverlängerung vorbereitet ist der Endpunkt der Tunnelstrecke in Bad Godesberg. An die Haltestelle Stadthalle soll sich einmal eine oberirdische Verlängerung nach Mehlem anschließen.

13.11.2011